Acht Sparkassen-Azubis lernen die Welt des Ehrenamtes kennen

Lehrstunden in sozialer Kompetenz
Azubitag 2019

Azubitag 2019Seit fünf Jahren führt die Ehrenamtsagentur mit den Auszubildenden im zweiten Lehrjahr der Sparkasse Gelsenkirchen einen zweieinhalb tägigen Workshop durch, um den jungen Menschen die Themenfeldern Ehrenamt und Armutsrisiken nahezubringen. Sie ermöglicht ihnen zudem, mit Personengruppen in Kontakt zu kommen, die ihnen bis dato fremd waren.

In diesem Jahr stand der Workshop unter dem Motto „Behinderung als Armutsrisiko“.

Doch zuerst wurden viele Informationen rund um das Thema Ehrenamt vermittelt. Dann ging es weiter zur Berechnung des Warenkorbs. Im "Praxis-Test Hartz IV" konnten die Azubis erfahren, dass im Monat 1,04€ für die Bildung zur Verfügung stehen und das Abendbrot nicht mehr als 1,40€ kosten darf. Wer nicht gut haushalten kann, kann damit schnell in eine Schieflage geraten.

Auf dem Programm stand dann ein Besuch in einer Einrichtung für Behinderte. Werner Kolorz, Leiter des Haus St.Rafael und ein Bewohner der Einrichtung berichteten vom täglichen Leben dort. Janina Mittag vom Lebenshilfecenter erzählte, wie behinderte Menschen durch den Familienunterstützenden Dienst betreut werden.

Alle Teilnehmer erlebten am zweiten Tag gemeinsam viel Spaß. Das eintägige Theaterprojekt unter Leitung von Ulrike Czermak stand unter der Überschrift „Was mich glücklich macht“. Die Azubis kamen mit Menschen mit Behinderungen zusammen und widmeten sich auf spielerische Art dem Thema „Glück“. So entstand ein lebhafter und unbefangener Austausch darüber, was jeder persönlich unter seinem Glück versteht.

„Wer Menschen gut beraten will, muss ihre Bedürfnisse und Lebensumstände kennen und verstehen. Der Theaterworkshop hat eindrucksvoll Berührungsängste der Azubis zur Gruppe der Behinderten abbauen können“, so Christoph Deutschmann von der Sparkasse. “Zudem fördert dieses Angebot der Ehrenamtsagentur die sozialen Kompetenzen und es motiviert vielleicht den einen oder anderen sogar, selbst ehrenamtlich aktiv zu werden. Das würde uns freuen.“

Abschließend bereiteten die Azubis die gewonnen Erfahrungen in einer Talkrunde, wie man sie aus dem Fernsehen kennt, auf.

Die Ehrenamtsagentur will noch möglichst viele Gelsenkirchener Azubis schulen. „Wer mit Kunden zu tun hat und Menschen berät, kann von diesem Angebot nur profitieren“, so Beate Rafalski von der Ehrenamtsagentur. „Es hilft, sich auch auf unbekannte Lebenssituationen und Verhaltensweisen einstellen und damit umgehen zu können“, fügt sie hinzu.


Foto: Vier von den insgesamt acht Auszubildenden mit Auszubildendenleiter Christoph Deutschmann und Beate Rafalski von der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen.