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Der Gelsenkirchener Ehrenamtspreis 2021 geht an Ehrenamtliche, die der Corona-Krise getrotzt haben

Preisübergabe im Hans-Sachs-Haus
Sie haben für Zusammenhalt trotz Abstand gesorgt und kreatives ehrenamtliches Engagement in der Corona-Krise bewiesen: Brigitta Blömeke, Ingrid Husmann, Klaus-Dieter Seiffert und Andrea Weichert erhielten für ihren Einsatz den von der Sparkasse gestifteten Gelsenkirchener Ehrenamtspreis, dotiert mit insgesamt 6.000 Euro. Über einen zusätzlichen (nicht dotierten) „Ehrenpreis“ freute sich das Corona-Hilfe-Team der Propstei-Pfarreien St. Augustinus und St. Urbanus.
Die Pandemie brachte viele neue Herausforderungen, Sorgen und Einschränkungen mit sich, aber gleichzeitig zeigt sie: Wenn es darauf ankommt, halten die Menschen in Gelsenkirchen zusammen. Dabei zeigten zahlreiche ehrenamtlich tätige Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener besonderes Engagement. Entsprechend groß war auch die Zahl der Bewerbungen für den diesjährigen Gelsenkirchener Ehrenamtspreis unter dem Wettbewerbs-Motto „Zusammenhalt trotz(t) Abstand – kreatives Engagement in der Corona-Krise.“
„Keine leichte Aufgabe für die Jury“, so Iris Schappert, Vorsitzende der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen, „denn eigentlich hätten alle Engagierten einen Preis verdient.“ Wichtige Kriterien für die Auswahl waren die Kreativität im Umgang mit den Widrigkeiten der Krise, der Umfang des Engagements sowie die Wirkung auf die Lebensqualität und den Zusammenhalt in Gelsenkirchen.
Die Preisverleihung war auch in diesem Jahr wieder in einem großen Rahmen geplant – mit Kulturprogramm, Buffet und zahlreichen ebenfalls ehrenamtlich engagierten Gästen im Hans-Sachs-Haus. Eigentlich! Aber Corona hat erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das ist sehr schade“, so Oberbürgermeisterin Karin Welge, „denn es ist ja unser Ziel, die vielen Engagierten einmal im Jahr zusammenzubringen, ihre freiwilligen Leistungen in den Mittelpunkt zu stellen und Dankeschön zu sagen.“ Auch Bernhard Lukas, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Gelsenkirchen, bedauert das. „Vielleicht können wir ja im nächsten Jahr umso größer feiern – auch mit allen Bewerberinnen und Bewerbern, die 2020 und 2021 zu kurz gekommen sind.“

Die Preisträger Copyright: Gerd Kaemper

ZUSAMMENHALT TROTZ(T) ABSTAND
So lautete das Motto in diesem Jahr. Die Pandemie brachte viele neue Herausforderungen, Sorgen und Einschränkungen mit sich, aber gleichzeitig zeigte sie: Wenn es drauf ankommt, halten die Menschen in Gelsenkirchen zusammen.

In den vergangenen Monaten machte der ehrenamtliche Einsatz zahlreicher Bürgerinnen und Bürger den entscheidenden Unterschied. Ganz selbstverständlich engagierten sie sich z. B. in der Nachbarschaft oder in Gruppen und Vereinen. Egal ob Einkäufe für Senioren, das Gassigehen mit dem Hund der Nachbarn oder die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in schwierigen Homeschooling-Zeiten – jeder Einsatz zählt.
Wir sind der Meinung, dass Gelsenkirchener Heldinnen und Helden in der Pandemie ein Dankeschön verdient haben!
Und hier die Gewinnerinnen und Gewinner von A-Z:

Brigitta Blömeke
Im Frühjahr 2020 hat Brigitta Blömeke, die sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert, den Vorsitz der Kunstschule e. V. übernommen. Mit großem Engagement hat sie trotz der Krise neue Ideen in die Arbeit eingebracht. Ein besonderes, immer noch anhaltendes Augenmerk richtet sie darauf, während der Pandemie die Verbindung zu den Kindern und Jugendlichen nicht zu verlieren: Mit Online-Kursen, neuen Kursleiterinnen und -leitern sowie einer größeren Angebotsvielfalt und ungewöhnlichen Kunstaktionen ist ihr das überaus erfolgreich gelungen. Und „ganz nebenbei“ wurden während der Pandemiezeit auch noch die Räume der Kunstschule renoviert – mit einem hohen Anteil an Eigenleistungen durch Brigitta Blömeke.

Ingrid Husmann
Die Generation 80+ fühlt sich in Pandemiezeiten zuweilen alleingelassen. Zum Glück gibt es Menschen, die auf einfühlsame Weise und mit praktischen Tipps das Leben der älteren Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener erleichtern. Zu diesen guten Seelen zählt Ingrid Husmann: Seit ihrem Ruhestand arbeitet sie als Seniorenvertreterin und Nachbarschaftsstifterin im Stadtteil Schaffrath. Während der Pandemie hat die ehemalige Krankenschwester eine regelrechte Hotline eingerichtet, um den älteren Menschen telefonisch zur Seite zu stehen. Mit Rat und Tat hilft sie auch beim Einsatz moderner Kommunikationsmittel wie Internet und Smartphone. Ohne die lässt sich gerade in Pandemiezeiten kaum etwas regeln, weiß die Preisträgerin.

Klaus-Dieter Seiffert
Klaus-Dieter Seiffert ist ein leuchtendes Beispiel für „inklusives“ Engagement in Gelsenkirchen. In vorbildlicher Weise engagiert er sich schon seit Jahren für taube und hörgeschädigte Menschen, denen durch die Maskenpflicht während der Corona-Pandemie ein wichtiger Kommunikationskanal verschlossen wurde: das Ablesen von den Lippen. Von jetzt auf gleich reagierte Klaus-Dieter Seiffert: Per Telefon vereinbarte er zum Beispiel Covid-Tests oder er bestellte Taxis zu Arztterminen für Hilfebedürftige. Ebenso schnell schuf er eine coronakonforme Beratungsstelle in Schalke. Zu den „Meisterleistungen seines Engagements“ zählt die Organisation eines umfangreichen Sammelimpftermins im Juni 2021 – ausschließlich für Menschen mit Hörschädigung. Das ist umso bemerkenswerter, da Klaus-Dieter Seiffert selbst schwer körperbehindert ist.

Andrea Weichert
Mit großer Leidenschaft und viel Kreativität engagiert sich Andrea Weichert schon seit vielen Jahren für den Sport und ihren Verein – die SSV Buer. Gerade in Coronazeiten geht dieses Engagement weit über den Sport hinaus: So stellte die Preisträgerin einen Lebensmittel-Bringedienst für Seniorinnen und Senioren im Lockdown auf die Beine, veröffentlichte eine 68 Seiten starke Corona-Sonderausgabe des traditionellen SSV-Buer-Pfingstheftes und organisierte einen „Osterhasen-Drive-In“ mit Ostergeschenken für die Kleinsten. Und „ganz nebenbei“ veranstaltete sie auch noch ein Balkonkonzert, setzte sich für die Gründung einer eSport-Abteilung bei der SSV Buer ein und beteiligte sich an der Organisation des Impfbusses in Gelsenkirchen.

Sonderpreis, ohne Dotierung: Corona-Hilfe-Team der Propstei-Pfarreien St. Urbanus und St. Augustinus
Ein Sonderpreis geht in diesem Jahr an das Corona-Hilfe-Team der Propstei-Pfarreien St. Augustinus und St. Urbanus. Der kurzfristige Lockdown der Kirchen und Gottesdienste in 2020 war für viele gläubige Menschen unvorstellbar, aber anstatt in eine Schockstarre zu verfallen, definierten Engagierte aus den Gemeinden St. Urbanus und St. Augustinus die Kirchenarbeit neu. „Unser Gottesdienst war in diesem konkreten Moment ein anderer“, heißt es in der Bewerbung. Es ging nun darum, Menschen – vor allem aus Risikogruppen – zu helfen, den Alltag im Lockdown zu bestehen. In wenigen Tagen bauten der Pastoralreferent Markus Zingel und ein Team von Ehrenamtlichen eine Hotline und Vermittlungsstelle für alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener auf: Dort wurden Anfragen und Angebote zur Alltagshilfe organisiert. Auch für die Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen war das Team ein wertvoller Partner.


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