Verleihung des Gelsenkirchener Ehrenamtspreises

Drei glückliche Preisträger!

Am 5. Dezember ist der internationale Tag des Ehrenamtes.

Und pünktlich an diesem Tag wurden im Forum des Hans-Sachs-Hauses die Preise an die drei Gewinner des Gelsenkirchener Ehrenamtspreises 2017 verliehen.

In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto "Vorausschauend engagiert: real, digital, kommunal". Insgesamt 35 Vorschläge sind in diesem Jahr dazu eingegangen. Obwohl alle Vorgeschlagenen den Preis verdient hätten, konnten nach den Vorgaben nur drei Gewinner auf die Bühne gebeten werden. Stellvertretend für alle und auch stellvertretend für alle ehrenamtlich Tätigen in Gelsenkirchen nahmen diese die Preise in Höhe von jeweils 2000€ gestiftet von der Sparkasse Gelsenkirchen entgegen.

Dabei wurde immer wieder deutlich, wie wichtig das Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Gelsenkirchen ist. Engagiertes Aufgreifen von Bedürfnislagen, sich gegenseitig helfen und unterstützen, sich beteiligen, das alles sind wichtige Faktoren, um ein friedliches und demokratisches Miteinander zu ermöglichen.

Der Abend wurde gestaltet durch Reden und Interviews mit Oberbürgermeister Frank Baranowski, Sparkassendirektor Bernd Lukas und Karina Wrona, der Vorsitzenden der Ehrenamtsagentur Gelsenkirchen e.V.. Durch den Abend führte schwungvoll als Moderator Ralf Laskowski von REL. Den unterhaltsamen Teil gestaltete Poetry-Slammer David Friedrich aus Hamburg

Die Preisträger waren:

Necmiye Öztürk

Die gebürtige Türkin hat selbst erfahren, wie schwer die Startvoraussetzungen in einem fremden Land sind – ohne Sprachkenntnisse und vorzeigbare Schulabschlüsse.

Als Halbwaise war sie ohne Mutter in der Türkei aufgewachsen; für ihre Schulbildung war kein Geld da. 1981 kam sie nach Deutschland, um hier zu heiraten. Wer hätte damals gedacht, dass sich diese junge Frau einmal zu einer Persönlichkeit entwickeln würde, die sich für die Bildungschancen von Migrantenkindern stark macht.

So ist es aber gekommen: Seit zwölf Jahren ist die Preisträgerin Vorsitzende des Türkisch-Deutschen-Hilfsvereins e. V., den sie 2005 mit gegründet hat. Primäres Ziel des in Schalke ansässigen Vereins ist es, Menschen aus aller Welt zu unterstützen, wenn sie in Not sind und Hilfe benötigen. Besonderes Augenmerk gilt dabei Frauen und Mädchen.

Mit ihrem Engagement ist die Preisträgerin ein Vorbild gerade für die jungen Frauen, denen sie Hoffnung auf schulische Bildung gibt. Sie spricht eben nicht nur von Integration, sie lebt sie mit Herzblut. Und sie leistet konkrete Hilfe, indem sie Türen öffnet und Hilfe vermittelt. Denn ihr Verein ist in Gelsenkirchen und darüber hinaus gut vernetzt.

Für die gute Sache ist sie unermüdlich im Einsatz: Bei der Organisation von Festen und Veranstaltungen ist sie genauso gefragt wie bei Spendensammelaktionen. Und auch dank ihres Einsatzes hat sich der Türkisch-Deutsche Hilfsverein zu einer gefragten Institution entwickelt und zu einem bekannten Anlaufpunkt für Hilfebedürftige aller Nationalitäten.

Monika Sommer-Kensche

Monika Sommer-Kensche hat es sich zur Aufgabe gemacht, ältere Menschen an die digitalen Errungenschaften heranzuführen. Seit Jahren engagiert sie sich für diese gute Sache – als Leiterin des Projektes „Technikbotschafter“ im Rahmen der ZWAR-Gruppen des Generationennetzwerkes Gelsenkirchen e. V..

Mit der Digitalisierung erleben wir einen rasanten gesellschaftlichen Wandel, der alle Facetten unseres täglichen Lebens erfasst hat. Für die große Mehrheit der Jüngeren ist es bereits selbstverständlich, sich in der digitalen Welt zu bewegen und ihre Möglichkeiten zu nutzen. Ältere Menschen haben häufiger noch Berührungsängste, entdecken sie aber immer mehr für sich. Denn sie bietet zahlreiche Möglichkeiten, das Leben im Alter zu erleichtern – von digitaler Unterstützung bei den kleinen Dingen des Alltags bis zur schnellen Kommunikation mit den vielleicht weit entfernten Enkeln.

Unter dem Motto „Alt hilft Alt“ bringt sie ihre Technikbotschafterinnen und -botschafter ins Spiel. Denn die wissen, wie´s geht: Mit angemessenem Tempo, Einfühlungsvermögen und Begeisterung bringen sie Altersgenossen den Gebrauch von Technik und Internet bei.

Sie beraten bei der Anschaffung von Geräten und helfen bei der Einrichtung und Nutzung. Dabei suchen sie „ihre Kunden“ auch zu Hause auf oder laden sie zu altersgerechten Seminaren und Schulungen ein. Außerdem bilden sie im Schneeballsystem weitere Ehrenamtliche aus.

U25 Gelsenkirchen-Online-Suizid-Prävention

Jugend, das ist die Blüte des Lebens - aber auch die Zeit der Krisen. Erste Trennungen, Streit mit den Eltern, Probleme in der Schule: Vor allem in den Jahren der Pubertät stapeln sich die Sorgen schnell. Und dennoch werden diese Belastungen meist nur belächelt. Dabei begehen in keinem anderen Lebensabschnitt so viele Menschen Suizidversuche wie vor dem 25. Lebensjahr. Oft wird die Not der jungen Menschen  übersehen, weil viele nicht wissen, dass auch in jungen Jahren der Wunsch nach dem eigenen Tod aufkommen kann. Und auf der anderen Seite scheuen sich die Betroffenen davor, mit engen Freunden oder der Familie über ihre Todeswünsche zu sprechen; aus Angst, es könnte diese zu sehr schockieren. Umso besser ist es, wenn Außenstehende Hilfe bieten – am besten sogar Gleichaltrige. Denn junge Menschen wenden sich mit Problemen lieber an jemanden im gleichen Alter.

Schön, dass es in Gelsenkirchen genau so ein Hilfsangebot gibt – anonym und kostenlos. 24 Ehrenamtliche im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die sogenannten Peer-Berater, helfen Altersgenossen in schwierigen Lebenslagen. Unterstützt werden sie dabei von zwei hauptamtlichen Mitarbeitern des Caritasverbandes. Zur Sicherung der Anonymität erfolgt die Beratung online: Die Hilfesuchenden kommunizieren per “Help-Mail“ mit ihrem Peer-Berater. Dieses Angebot der Online-Suizid-Prävention ist vorbildlich und hat wahrscheinlich schon Menschenleben gerettet. Denn oft hilft es ja schon, jemandem von seinen Sorgen und Nöten berichten zu können.

Die Beratungstätigkeit ist die eine Seite des ehrenamtlichen Engagements unserer Preisträger. Darüber hinaus machen sie auch immer wieder auf die Bedeutung des Themas Suizid aufmerksam: zum Beispiel mit Aktionen und Besuchen in Schulen und Einrichtungen. Zurzeit arbeiten sie an einer Erweiterung des Kommunikationsangebots: Die Mailberatung soll durch eine chatbasierte Beratungsstelle ergänzt werden. So ist eine noch direktere Interaktion möglich.

Stellvertretend für das ganze Team nahmen Chantal Abt, Ann-Marie Bappert, Sarah Benko, Hannah Gruen, Till Nicolay, Jan Maschlanka und Projektleiter Niko Brockerhoff den Gelsenkirchener Ehrenamtspreis 2017 entgegen.

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