Halime Kula ist die „Migradonna 2019“

Bürgermeisterin Martina Rudowitz überreicht zum 12. Mal den Preis für ehrenamtliches Engagement

Am Abend des 27. September 2019 hat Bürgermeisterin Martina Rudowitz im Kulturraum „die flora“ an der Florastraße 26 die diesjährige Preisträgerin Halime Kula bekannt geben.

Schon zum 12. Mal verleiht das Internationale Frauencafé im Lalok Libre und der Förderverein des Kommunalen Integrationszentrums gemeinsam mit anderen Kooperationspartner/innen die „Migradonna“ an Frauen mit Migrationsgeschichte, die sich ehrenamtlich besonders für die Integration einsetzen. Schirmherr ist Oberbürgermeister Frank Baranowski.

Serap Güler, Staatssekretärin für Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW hielt die Festrede und brachte ihre Wertschätzung für das Ehrenamt und diesen einzigartigen Preis zum Ausdruck. „Menschen, die selbst eingewandert sind, haben eine wichtige Vorbildfunktion, wenn es um die Integration der Neuzugewanderten geht. Das vielfältige Engagement von Frauen mit Einwanderungsgeschichte ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Oft sind sie in Bereichen aktiv, die nicht im öffentlichen Fokus stehen und wirken damit eher im Verborgenen. Mit dem Preis der Migradonna werden genau diese Frauen zu Recht ins Licht der Öffentlichkeit gerückt.“

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete die deutsch-iranische Musikerin Maryam Akhondy in Begleitung des Pianisten Itai Sobol.

Über Halime Kula:

Halime Kula ist 1981 in Herne geboren und lebt seit ihrer Grundschulzeit in Gelsenkirchen.

Die in Bulmke-Hüllen lebende Gelsenkirchenerin ist alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Alter von 7 und 14 Jahren. Ihre Kinder sind Teil ihres Engagements. Insbesondere der siebenjährige Sohn ist bei allen Aktivitäten mit dabei.

Die Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Sportangebot für ihren Sohn brachte die junge Mutter in das Alfred-Zingler-Haus. In der Kita hatte sie einen Aushang entdeckt und wollte mit ihrem Sohn dort eine Schnupperstunde besuchen. Schnell fiel ihr dabei auf, dass es im Alfred-Zingler-Haus eine Menge Arbeit gibt, die von niemandem übernommen wurde. Gedacht - getan fing sie an überall auszuhelfen, wo Hilfe gebraucht wurde. Schnell wurde klar, ohne Halime Kula läuft hier vieles nicht. Sie übernahm die Eltern-Kind-Gruppe und die gesamte Verantwortung für die Falkenkinder, die regelmäßig im Alfred-Zingler-Haus waren. Seitdem zeichnet sie sich verantwortlich für die Tiger-Gruppe, unterstützt und begleitet die Hausaufgabenbetreuung, steht bei Festivitäten hinter der Theke, ist für die Kasse zuständig und vertritt immer diejenigen, die termin- oder krankheitsbedingt ausfallen, damit die Kinder nicht nach Hause geschickt werden müssen. Außerdem ist „Frau Halime“ - wie die Kinder sie liebevoll nennen - die Frau der Zahlen und des Geldes. „Die Kasse ist wichtig für alle Gruppen, denn nur wenn die Finanzen geregelt sind, können die Angebote laufen“. Sie selbst beschreibt sich als Mädchen für alles. Nicht weil sie alles tun muss, sondern weil sie kann und will. Trotz eines Schadens an der Wirbelsäule hat die Deutsch-Türkin ein sehr starkes Rückgrat und kann als einzige Frau neben den vier Männern mit ihren Qualitäten und ihrer Persönlichkeit glänzen.

Neben ihrem Engagement im Alfred-Zingler-Haus betreut sie bei der Lebenshilfe Kinder mit Behinderungen. Dabei ist es ihr wichtig, diese auch ins Alfred-Zingler-Haus mitzunehmen, sodass sie gemeinsam mit allen anderen die Aktivitäten dort wahrnehmen können. Das ist ein toller Moment für alle Beteiligten und gelebte Inklusion. "Denn wir müssen wissen, dass es uns alle treffen kann. Auch mich hat es getroffen und seit meiner Erkrankung und der Behinderung kann ich meiner eigentlichen Berufstätigkeit als Fachkraft im Gastgewerbe nicht mehr nachkommen. Aber ich wollte nicht zu Hause herumsitzen oder am Handy spielen."

Ein extra für die Veranstaltung angefertigter Preis, der Migradonna-Kubus, wurde auch in diesem Jahr wieder von der Gelsenkirchener Künstlerin Wanda Korfatny erstellt. Der Kubus soll die Verbindung zwischen Stärke und Unbeirrbarkeit einerseits und weiblicher Vielschichtigkeit andererseits darstellen.

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